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Gemeindeteile der Gemeinde Flieth-Stegelitz

Bildurheber: Frank Preuß

Flieth

Das langgestreckte Straßen- und Angerdorf Flieth, nordöstlich von Templin, liegt zwischen zwei Endmoränenzügen. Durch ein breit angelegtes Wanderwegenetz in der nördlichen Uckermark hat sowohl der Fuß- als auch der Radwanderer die Möglichkeit, durch Wälder und Wiesen, an Feldern, Mooren und Seen vorbei, die durch die Eiszeit geprägte Landschaft zu erschließen. Schon 1578 war der Ort ein Bauerndorf mit 25 selbstständigen Höfe, hier herrschten die von Arnims von ihrem Rittersitz in Suckow. Die im Jahre 1953 gebildeten LPGen bestimmten das gesellschaftliche Leben im Dorf, das sich mit Schule, Kindergarten, Verkaufsstelle und anderen Einrichtungen eine solide Grundlage geschaffen hatte. Der "Dorfwanderweg" ist ein Stück Geschichte. Die Fliether nennen ihn "Wrietzensteig". Er führt in Richtung Kaakstedt rechtsabbiegend, durch das Waldgebiet "Eulenberge" über den Mühlengraben bis an den Wrietzensee.

1269 wurde das Dorf erstmalig unter dem Namen "Vlete" urkundlich erwähnt. Vor 1269 bis nach 1440 herrschten die von Stegelitz über "Marienflieth". Im Jahre 1375 zählte man 62 Hufen Ackerland, es gab 80 Kossäten, 1 Mühle und 5 freie Hufen. Die von Arnims zu Gerswalde wurden vor 1486 mit dem Dorf "Fleyth" und allen Rechten belehnt. Sie verwalteten bis 1928 die Fliether Gemarkung; hatten jedoch zwischenzeitlich den Besitz untereinander veräußert, dabei immer das Rückkaufsrecht wohlbedacht und davon Gebrauch gemacht, je nachdem ob das "Wertobjekt" Flieth gestiegen oder gesunken war. Die nachfolgenden Jahrzehnte zeugten von einer gewissen Wohlhabenheit. Und wenn die Schönheit und der Prunk einer Kirche auch den Reichtum der Herrschaft ausdrückte, so traf dies durchaus für Flieth zu. Mit 57 Hufen, 25 Bauern, 16 Kossäten, 1 Schmied und 2 Hirten wurde das Dorf 1578 erwähnt. Die Kossäten sollen alle Handwerker gewesen sein. Flieth war vor dem 30-jährigen Krieg ein blühendes Dorf, das Land bei dieser Siedlung sei "gut Roggen-, Gerste- und Weideland" gewesen. Die Kriegshandlungen hatten deutliche Spuren hinterlassen, das Dorf wurde fast zerstört. 40 Jahre später waren erst 8 Höfe wieder mit Bauern besetzt. Der Wiederaufbau ging sehr langsam von statten, erst Anfang des 18. Jahrhunderts ist er vollendet worden, 331 Seelen zählte die Siedlung. Flieth besaß in der Mitte des 19. Jahrhunderts 7 öffentliche Gebäude, 51 Wohn- und 94 Wirtschaftsgebäude. Ende April 1945 versetzte ein massiver Angriff 2/3 der Gebäude, u.a. die Kirche in Schutt und Asche. Die Bodenreform 1946 teilte das enteignete Land an landarme Bauern, Landarbeiter und Umsiedler auf.

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche war der ganze Stolz der Einwohner. Jedoch wurde sie durch einen Bombenangriff 1945 vernichtet. Erhalten blieben nur ihre Umfassungsmauern und eine von 3 Glocken aus dem 16. Jahrhundert. Diese befindet sich seit 1995 auf dem Friedhof im freistehenden Glockenstuhl. Gebaut wurde die Kirche einst als rechteckiger Feldsteinbau. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde sie zerstört und 1713 wieder errichtet. Danach erhob sich von beeindruckender Schönheit der im Barockstil veränderte 36m hohe Turm. Wertvoll war auch der reichgeschnitzte Renaissancealtar von 1601. Einige Bilder dieser damals prächtigen Kirche finden Sie in der Gaststätte Kastanienhof in Flieth.

Bildurheber: Frank Preuß

Stegelitz

Das Dorf liegt an einem Endmoränenwall im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, in dessen Talsenke der Quellfluss, die Ucker, fließt. Die Stegelitzer nennen ihn Mühlengraben. Typisch für diesen Landstrich ist die hügelige Landschaft mit Seen, Luchen, Weiden und weitläufigen Laubwäldern.

Nach dem 30-jährigen Krieg, den Zeiten der Not, des Aussterbens und Abwanderns vieler Generationen, begann um 1720 eine Ordnung der Besitzverhältnisse und in Stegelitz machte sich ein bescheidener wirtschaftlicher Aufschwung bemerkbar. So bestimmten von Anbeginn Mühlen das Antlitz des Dorfes; um 1775 zählte man sogar 3 Mühlen. Die Schule um 1786 aus Feldsteinen gebaut, gehörte zum Patronat Suckow. Erst 1991 wurde sie geschlossen. Stegelitz hat seinen Bekanntheitsgrad durch die Lage an der Zubringer Straße zur BAB 11. Am Oberucker- und Jakobsdorfer See gibt es beste Bademöglichkeiten. Eine Augenweide ist der Blick über die Wiesen zu den Koppelbergen.

Bei erstmaliger urkundlicher Erwähnung im Jahre 1269 wurde Stegelitz schon als Dorf mit Mühle, unter der Herrschaft von Heinrich von Stegelitz, bezeichnet. Das Dorf erhielt wohl den Namen seines Gründers. Um 1472 ging das Anwesen an von Arnim-Fredenwalde. Damit begann, über Jahrzehnte und Jahrhunderte, eine Geschichte des Kaufens und Verkaufens, Vererbens, Verpachtens und Schacherns. Etwa 100 Jahre später (1578) bewirtschafteten 20 Bauern, 30 Kossäten, 1 Müller, 1 Schmied und 1 Hirte 48 Hufen Land, das dem Arnimschen "Wohnhof zu Stegelitz" gehörte. Der 30-jährige Krieg hinterließ das Dorf wüst und wertlos - kein "Ritterland", schlechte Wiesen, der Acker bewachsen und sandig.

Nach den Kriegswirren um 1710 machte von Arnim-Suckow von seinem Wiederkaufsrecht Gebrauch, das Dorf wurde Rittergut und "Zubehör" des Majorats Suckow. 1734 zählte man bereits 301 Einwohner, darunter u.a. 41 Knechte, 18 Mägde, 25 Häuslinge und 14 Kossäten. Stegelitz hatte sich seit Änderung der Besitzverhältnisse rasch entwickelt. Gehörte das Gut doch nun, mit Schäferei, Krug, Försterei, Wind-, Wasser- und Schneidermühle und dem ausgebauten Vorwerk Pfingstberg, der reichsten adligen Familie im damaligen Templiner Kreis, den von Arnims. Ihre Besitzungen umfassten im Jahre 1860 insgesamt 4610 ha Feld und Wald. Bemerkenswert auch, dass nun im Dorf Handwerker sesshaft waren, wie 1 Leinenweber, 2 Maurer, 2 Zimmerleute, 1 Schmied, 1 Sattler, 1 Schneider. Noch in den letzten Kriegstagen 1945 wurde Stegelitz zum Kriegsgebiet erklärt. Tiefflieger schossen das alte Gutsgebäude in Brand. Bomben zerstörten Scheunen, Stall- und Wirtschaftsgebäude, auch die Kirche und die Schule sind stark beschädigt worden.

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Suckow

Im Jahre 1239 wurde der Ort erstmals schriftlich als "Sukowe" erwähnt. Von 1269 bis 1494 gehörte der Hof den von Stegelitz. Im Jahre 1577 ging der Besitz an die von Arnims zu Gerswalde, die bis 1927 das Gut als Rittersitz nutzten. Gustav Adolf von Arnim baute 1734 ein prächtiges Schloss, das 1945 in Flammen aufging.

Unter dem Motto die "Arnims und die Uckermark" ist die dominierende Stellung dieses Adelsgeschlechts in unserem Landstrich noch nachvollziehbar. So besaßen die von Arnims um 1800 von den 318 mittelalterlichen Orten und Feldmarken gut ein Viertel. Diese geschichtliche Tatsache findet in mehr oder weniger beeindruckenden Erbbegräbnissen in verschiedenen Dörfern, so auch in Suckow, Bestätigung. Dieses Erbbegräbnis wurde 1882 errichtet. Majoratsherr Georg Abraham Konstantin von Arnim und seine Gattin fanden hier ihre letzte Ruhe.

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Hessenhagen

Unter H. von Stegelitz wurde Hessenhagen 1269 erstmalig urkundlich erwähnt. Man bezeichnete das Dorf auch als ehemaliges Grenzdorf der pommerschen gegen die brandenburgische Uckermark. Es verödete, lag 1484 wüst und so blieb es auch lange Zeit. Nach dem Arnimschen Erwerb jedoch, gab es im 18. Jahrhundert hier Schäferei, Ziegelei, Fischerei und mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude.


Pfingstberg

Die Entstehung Pfingstbergs rührt wohl von den Westfalen her, die von Arnim um 1707 als Leibeigene ins Land holte, weil seine Güter völlig verödet und entvölkert waren. Sie siedelten sich auch in Stegelitz an und richteten sich auf westfälische Art ein; der Stall, die Scheune und die Wohnung waren ein Gebäude, der Hof lag auf dem Acker. 1775, bei der Ersterwähnung des Vorwerks, stand ein solches auf dem "Pfingstberg". Es ist anzunehmen, dass dieser Hof Ursprung des späteren Gutes Pfingstberg war.

Voßberg

Im Jahre 1822 wurde der Ort erstmalig als "Voßberg" urkundlich erwähnt. Man sprach zu dieser Zeit auch vom Vorwerk "Fuchsberg".

Bildurheber: Amt Gerswalde

Bilder und Text wurden uns freundlicherweise vom Amt Gerswalde zur Verfügung gestellt.

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